Die Krankheit wurde lange Zeit als idiopathisches Headshaking bezeichnet, da Tierärzte und Forscher nicht wissen, was die Ursache ist. Heute wissen wir ein wenig mehr über die zugrunde liegenden Ursachen, aber es gibt immer noch keine eindeutige Heilung. Forscher haben verschiedene Behandlungsmethoden entwickelt, mit denen die Symptome gelindert werden können.
Symptome des Headshaking-Syndroms bei Pferden
Die Ausprägung des Headshaking-Syndroms kann von Pferd zu Pferd unterschiedlich sein, aber das Grundproblem besteht darin, dass das Pferd seinen Kopf heftig und wiederholt schüttelt - als würde es von einem Insekt irritiert.
Manche Pferde reagieren besonders empfindlich auf helles Sonnenlicht, andere zeigen Symptome von Kopfschmerzen - das Pferd kann mit dem Kopf in einer Ecke stehen und die Stirn gegen die Wand oder einen Baumstamm drücken.
Ein betroffenes Pferd kann auch das Maul am Boden oder an den Beinen reiben/entlangziehen, allgemeine Unruhe zeigen oder wiederholt schnauben/prusten. Die Beschwerden nehmen in der Regel bei der Arbeit zu, und bei einigen Pferden ist das Kopfschütteln so stark, dass sie im Umgang und beim Reiten gefährlich werden. Einige Pferde sind nur zu bestimmten Zeiten des Jahres betroffen, während andere das ganze Jahr über Probleme haben.
Ursache
Lange Zeit war das Headshaking-Syndrom für Tierärzte ein Rätsel, da die Ursache der Krankheit nicht bekannt war. In den letzten Jahren haben Forscher erkannt, dass die Erkrankung bei einigen Pferden auf eine Überreizung eines Nervs, des Trigeminusnervs, zurückzuführen sein könnte, der einer der größten Nerven im Gesicht des Pferdes ist. Wenn der Nerv überreizt ist, sendet das Gehirn falsche Informationen an das Gesicht, die das Pferd als Schmerz oder Juckreiz wahrnimmt und deshalb wiederholt den Kopf schüttelt oder nickt.
Untersuchung
Pferde mit Headshaking-Syndrom stellen für den Tierarzt oft eine große Herausforderung dar, zum einen, weil es wichtig ist, andere Ursachen auszuschließen, und zum anderen, weil es schwierig sein kann, zu erkennen, wie sich das Pferd während eines Anfalls verhält.
Die Untersuchung eines Pferdes mit Verdacht auf Headshaking besteht in erster Linie darin, andere Ursachen für das Verhalten des Pferdes auszuschließen. Bei vielen dieser Patienten treten die Symptome an fremden Orten nicht auf. So ist es zum Beispiel nicht ungewöhnlich, dass sich ein Pferd mit Headshaking-Syndrom bei der Untersuchung in einer Klinik normal verhält. "Wenn der Besitzer das Pferd in seiner häuslichen Umgebung filmen kann, ist dies eine wertvolle Information für die Untersuchung", sagt Anette Graf, Pferdetierärztin bei Agria Tierversicherung.
Es gibt verschiedene Untersuchungen, die durchgeführt werden können, um ein besseres Bild davon zu erhalten, was die Probleme des Pferdes verursacht.
- Überprüfung der Ausrüstung, um sicherzustellen, dass sie an das Pferd angepasst ist
- Ausschließen einer Allergie
- Beobachtung während des Reitens, da viele Pferde bei Bewegung schlimmere Symptome zeigen als in Ruhe.
- Endoskopie der oberen Atemwege sowohl in Ruhe als auch während der Bewegung.
- Neurologische Untersuchung
- Untersuchung von Maul, Zähnen, Nasenhöhle, Augen und Ohren
- Blutuntersuchung
- Röntgen/Schichtaufnahme (CT/DT)
Wenn der Tierarzt den Verdacht hat, dass das Headshaking-Syndrom auf eine Überstimulation des Trigeminusnervs zurückzuführen ist, kann eine Nervenbetäubung versucht werden.
Behandlung des Headshaking-Syndroms
Das Headshaking-Syndrom kann derzeit nicht direkt geheilt werden, aber es gibt verschiedene Hilfsmittel, um die Beschwerden des Pferdes zu lindern. Einigen Pferden hilft ein Netz über der Nase (nosecover), und bei einigen kann eine Fliegenmaske den Zustand etwas verbessern, da Pferde mit Headshaking empfindlicher auf Licht reagieren als andere. Stuten mit Headshaking können sich in der Trächtigkeit besser fühlen.
Eine Forschungsstudie kam zu dem Schluss, dass Futterzusätze mit Magnesium und Bor die Symptome der betroffenen Pferde lindern können. Andere Forscher haben sich mit der perkutanen elektrischen Nervenstimulation (PENS) befasst, bei der ein Teil des erkrankten Nervs stimuliert wird, um ihn dazu zu bringen, die richtigen Informationen zu liefern - eine Behandlung, die bei einigen Pferden erfolgreich war.
Es wurden auch Versuche unternommen, Headshaker mit Medikamenten zu behandeln, allerdings mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Behandlung basiert auf der medizinischen Behandlung von Menschen.
Pferde mit Headshaking-Syndrom fühlen sich in der Regel in einer ruhigen Umgebung mit regelmäßigen Abläufen am wohlsten, da sie durch äußere Faktoren leicht gestresst werden können. Wende dich sich an deinen Tierarzt, um herauszufinden, was für dein Pferd am besten ist.