Hufrehe ist eine relativ häufige Krankheit, die sowohl Pferde als auch Ponys betreffen kann und große Leiden verursacht. Die Symptome treten vor allem an den Hufen auf, wo es zu einer Entzündung der Huflederhaut und der Hufsohle kommt, die Schmerzen und Lahmheit verursacht. Die Ursache der Hufrehe ist trotz intensiver Forschung noch nicht vollständig geklärt.

Die Symptome des Pferdes während eines Hufrehe-Schubes sind die klassische Hufrehe-Position: Das Pferd steht mit nach hinten verlagertem Körpergewicht, die Vorderbeine vorgeschoben und die Hinterbeine untergestellt. Die Hufe sind sehr warm und man kann einen deutlichen Puls in den Blutgefäßen auf beiden Seiten des Fesselgelenks fühlen. Auch Fieber ist ein deutliches Symptom der Hufrehe.

Der Krankheitsverlauf kann sich schon innerhalb weniger Stunden zuspitzen. Wird der Reheschub nicht rechtzeitig behandelt, kann die Entzündung zu einer Schwächung der Lamellen der Huflederhaut führen, was wiederum eine Absenkung oder Drehung des Hufbeines zur Folge hat. Ein Anzeichen für eine Lageveränderung des Hufbeines ist, dass der Kronrand weich wird, es bedeutet er verliert die Unterstützung des Hufbeines.

Zuviel Futter

Die bekannteste Ursache für Hufrehe ist Überfütterung, die zu einer Störung der Darmflora führt. Dies kann passieren, wenn das Pferd oder Pony aus irgendeinem Grund große Mengen an Kraftfutter erhält oder ohne vorheriges Angrasen auf die Weide gebracht wird. Sorge dafür, dass das Pferd allmählich an den Weidegang und die Futterumstellung gewöhnt wird. Während einer Ruhepause sollte das Kraftfutter reduziert werden, um eine Überfütterung zu vermeiden. Pferde und Ponys, die an mehr oder weniger ausgeprägten Stoffwechselstörungen leiden, haben ein stark erhöhtes Risiko, an Hufrehe zu erkranken. Daher sollten die meisten Pferde mit Hufrehe auf Stoffwechselprobleme untersucht werden.

Postpartale Hufrehe durch Nachgeburtsverhalten

Eine weitere Ursache für Hufrehe ist, wenn eine Stute die Nachgeburt nach der Geburt nicht normal austreibt. Die Nachgeburt bleibt dann zurück und setzt Toxine (Gifte) frei, die die Durchblutung der Hufe beeinträchtigen.

Hufrehe aufgrund von Überlastung

Bei Pferden, die über einen längeren Zeitraum hinweg stark lahmen, kann es zu einer Überlastung des zuvor gesunden Beins kommen. Normalerweise verlagert ein Pferd sein Gewicht zwischen den Beinen, um die Blutzirkulation in den Hufen aufrechtzuerhalten. Kann es dies aufgrund von Schmerzen nicht tun, kann es zu Hufrehe kommen. Um in einer solchen Situation eine gute Durchblutung aufrecht zu erhalten, befolge die Empfehlungen deines Tierarztes.

So bereitest du dein Pferd auf die Weidesaison vor

  • Gewöhne dein Pferd an das frische Gras, indem du es tagsüber zunächst für eine begrenzte Zeit auf die Weide lässt und die Zeit dann allmählich verlängerst.
  • Lasse dein Pferd jeden Tag eine Weile an der Hand grasen.
  • Mähe das Gras und ersetze damit über einen Zeitraum von zwei Wochen allmählich zunehmend das Raufutter.

Nicht alle Pferde können auf die Sommerweide gehen

Als Pferdebesitzer ist es besonders wichtig, übergewichtige Pferde und Pferde, die schon einmal an Hufrehe erkrankt waren, im Auge zu behalten, wenn sie auf die Weide gelassen werden, aber auch während des restlichen Sommers, da das Risiko eines Reheschubes bei diesen Tieren erhöht ist.

Pferde, die wiederholt an Hufrehe erkrankt sind, sollten auf keinen Fall auf die normale Weide gelassen werden. Wenn bei einem Pferd EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing) diagnostiziert wurde, ist beim Weidegang besondere Vorsicht geboten. Du musst mit deinem Tierarzt besprechen, ob das Pferd überhaupt grasen darf, und wenn ja, wann, wie und welche Art von Weidegang je nach Zustand des Pferdes angemessen ist.

Notfallbehandlung

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Pferd an Hufrehe erkrankt ist, solltest du es sofort in eine Box mit einer weichen, trockenen Unterlage stellen. Idealerweise sollte es sich dabei um ein dickes Bett aus Hobelspänen oder Sand handeln, da dies dem Hufbein über die Sohle die größte Flexibilität und Unterstützung bietet. Achte auch darauf, die Beine des Pferdes mit kaltem Wasser zu kühlen, um das Risiko entzündlicher Prozesse zu verringern.

Füttere kein Kraftfutter, sondern nur Heu, vorzugsweise ein spät geerntetes Heu, das reich an Ballaststoffen, aber arm an Proteinen ist. Wenn dies nicht verfügbar ist, kannst du das Futter mit Stroh ergänzen. Rufe sofort einen Tierarzt zur Behandlung. Alle Behandlungen zielen darauf ab, die Ursache der Krankheit zu ermitteln und zu beseitigen und dem Pferd Schmerzlinderung zu verschaffen.

Nachsorge und Tipps

Das Wichtigste, um sicherzustellen, dass sich dein Pferd erholt und keinen Rückfall erleidet, ist, dass du die Anweisungen deines Tierarztes und Hufschmieds für die Nachbehandlung deines Pferdes befolgst. Außerdem ist es von größter Wichtigkeit, dass die Hufe des vierbeinigen Patienten von einem erfahrenen Hufschmied geschnitten und beschlagen werden.

Ein Pferd, das einmal an Hufrehe erkrankt ist, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit erneut erkranken als ein völlig gesundes Pferd. Es ist daher wichtig, dass es regelmäßig trainiert wird, um Übergewicht zu vermeiden und den Blutkreislauf in Gang zu halten.

Einige domestizierte Pferde können überhaupt nicht auf die Weide gehen, aber die Meisten dürfen es, wenn man sie vorsichtig daran gewöhnt.

Achte beim Abfohlen darauf, dass die gesamte Nachgeburt ausgetrieben wurde. Bei dem geringsten Verdacht auf eine Gebärmutterentzündung oder ein Nachgeburtsverhalten solltest du einen Tierarzt hinzuziehen.